Was passiert mit Ihrer PV-Anlage nach 20 Jahren?
Jede Photovoltaikanlage bekommt ihre Einspeisevergütung für 20 Jahre plus das Inbetriebnahmejahr. Dann ist Schluss. Für die ersten Anlagen aus den frühen 2000er-Jahren ist dieser Moment bereits eingetreten – und was danach passiert, wissen die wenigsten Betreiber.
Die Anlage läuft weiter
Das Wichtigste zuerst: Nach 20 Jahren geht die Anlage nicht kaputt. Solarmodule verlieren pro Jahr typischerweise 0,3 bis 0,5 Prozent Leistung. Nach zwei Jahrzehnten liefern sie also noch rund 85 bis 90 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung. Viele Hersteller garantieren genau das.
Was ausläuft, ist nicht die Technik, sondern der Vertrag.
Was sich ändert
Statt einer garantierten Vergütung von teils über 40 Cent je Kilowattstunde – so hoch war sie in den Anfangsjahren – bekommen Sie danach nur noch den Marktwert. Das sind je nach Jahr wenige Cent.
Damit dreht sich die Logik um: Es lohnt sich nicht mehr, möglichst viel einzuspeisen. Es lohnt sich, möglichst viel selbst zu verbrauchen.
Die drei Wege nach dem Vertragsende
- Weiterbetrieb mit Eigenverbrauch: Ein Speicher nachrüsten, die Wallbox anbinden, den Verbrauch in die Sonnenstunden schieben. Aus dem Einspeiser wird ein Selbstversorger.
- Direktvermarktung: Der Strom wird über einen Dienstleister am Markt verkauft. Lohnt sich eher bei größeren Anlagen.
- Repowering: Alte Module raus, neue rauf. Auf derselben Fläche steckt heute oft die doppelte Leistung – und die Anlage bekommt einen neuen Vergütungszeitraum.
Was Sie prüfen sollten, bevor es soweit ist
Der Wechselrichter ist meist das erste Bauteil, das das Ende der Vergütung nicht überlebt – seine typische Lebensdauer liegt bei 10 bis 15 Jahren. Wer ohnehin tauschen muss, sollte gleich ein Gerät wählen, das speicherfähig ist.
Und: Der Zählerschrank muss für den geänderten Betrieb passen. Genau hier scheitern viele Weiterbetriebs-Projekte an einem Punkt, den man Jahre vorher hätte lösen können.
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