Wallbox anschließen: Was vor dem Kauf geklärt sein muss
Eine Wallbox zu kaufen ist einfach. Sie anzuschließen manchmal nicht. Wir erleben es regelmäßig, dass ein Gerät schon im Flur steht und sich erst dann herausstellt, dass die Voraussetzungen fehlen.
Vier Punkte, die Sie vor dem Kauf klären sollten.
1. Reicht Ihr Hausanschluss?
Eine 11-kW-Wallbox zieht dauerhaft 16 Ampere auf drei Phasen. Kommt gleichzeitig eine Wärmepumpe dazu und der Herd läuft, kann es am Hausanschluss eng werden. In Bestandsgebäuden mit 35-Ampere-Absicherung ist das ein realer Engpass.
Die Lösung heißt nicht zwangsläufig größerer Hausanschluss – oft reicht ein Lastmanagement, das die Wallbox zurückregelt, wenn im Haus viel läuft.
2. Hat der Zählerschrank Platz?
Für die Wallbox braucht es einen eigenen Stromkreis mit passender Absicherung und Fehlerstromschutz. Dazu kommt seit § 14a EnWG in vielen Fällen eine Steuerbox. Beides braucht Platz im Zählerschrank – und der ist in Bestandsgebäuden meist genau nicht vorhanden.
Das ist der häufigste Grund, warum aus einem Nachmittagstermin ein größeres Projekt wird.
3. Wie kommt das Kabel zum Stellplatz?
Vom Zählerschrank zur Garage sind es oft 15 bis 25 Meter. Liegt ein Leerrohr, ist das eine Sache von Stunden. Liegt keines, wird gegraben oder gestemmt – und die Kosten vervielfachen sich.
4. Anmelden oder genehmigen lassen?
Ladeeinrichtungen bis 11 kW müssen beim Netzbetreiber angemeldet werden. Ab 12 kW – also bei den beliebten 22-kW-Boxen – brauchen Sie eine Genehmigung, und die kann verweigert werden.
In der Praxis ist das selten ein Problem, weil 11 kW für den Hausgebrauch völlig ausreichen: Damit lädt ein durchschnittliches E-Auto über Nacht mehrfach voll. Wer 22 kW will, sollte das vorher klären.
Unser Rat
Lassen Sie sich den Anschluss ansehen, bevor Sie das Gerät kaufen. Ein Vor-Ort-Termin dauert eine halbe Stunde und erspart Ihnen im Zweifel eine Wallbox, die nicht passt.
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