KNX, Shelly oder Home Assistant: Was passt zu welchem Haus?
Es gibt nicht das eine richtige Smart-Home-System. Was sinnvoll ist, hängt weniger von der Technik ab als von Ihrem Haus und davon, wie weit Sie gehen wollen.
KNX: der Standard für Neubau und Kernsanierung
KNX ist ein Bussystem: Neben den Stromleitungen liegt eine Datenleitung, über die alle Komponenten miteinander sprechen. Licht, Beschattung, Heizung und Lüftung laufen über dieselbe Infrastruktur.
Vorteile: herstellerunabhängig, seit Jahrzehnten am Markt, extrem langlebig, funktioniert komplett ohne Internet.
Nachteile: Die Busleitung muss verlegt werden. Im bewohnten Bestand bedeutet das Stemmen. Und die Komponenten sind teurer als Funklösungen.
Sinnvoll, wenn: Sie neu bauen oder kernsanieren und ohnehin alle Leitungen neu ziehen.
Shelly: nachrüsten ohne Stemmen
Shelly-Aktoren sind kleine Funkmodule, die hinter vorhandene Schalter oder Steckdosen passen. Sie brauchen keine neue Leitung – nur Platz in der Dose und WLAN.
Vorteile: günstig, raumweise erweiterbar, kein Umbau nötig, lassen sich später in eine Zentrale einbinden.
Nachteile: abhängig von einem stabilen WLAN, viele Einzelgeräte statt eines Systems, und in tiefen oder vollen Schalterdosen wird es eng.
Sinnvoll, wenn: Sie im Bestand wohnen und schrittweise anfangen wollen.
Ein Hinweis, der oft untergeht: Der Einbau erfolgt in der 230-Volt-Installation. Auch wenn die Geräte frei verkäuflich sind, gehört das in Fachhände.
Home Assistant: die Zentrale darüber
Home Assistant ist kein Konkurrent zu KNX oder Shelly, sondern die Ebene darüber. Die Software führt Geräte verschiedener Hersteller zusammen: KNX, Shelly, Wärmepumpe, Wallbox, PV-Wechselrichter, Speicher – alles in einer Oberfläche.
Vorteile: läuft lokal auf einem kleinen Rechner im Haus, keine Cloud-Pflicht, keine Abogebühr, riesige Auswahl an Anbindungen.
Nachteile: braucht jemanden, der es einrichtet und gelegentlich pflegt. Ein System, das niemand versteht, nützt nichts.
Unsere Empfehlung
In der Praxis ist die Kombination oft die beste Lösung: KNX oder Shelly für die Aktorik, Home Assistant als Zentrale. So bleiben Sie unabhängig davon, ob ein Hersteller seine App irgendwann abschaltet.
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